Warum finden eigentlich viel mehr Leute hier, was sie suchen, als bei mir? Und das, obwohl die Hebamme total gnadenlos drauflosgeblitzt hat?
Jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, finde ich es total toll, wie wenig da durchgestylt ist. Wie schrammelig Läden daherkommen und wie schlecht designt. Im Grunde ist dort ja kaum etwas von der Sorte Branding durchdrungen, wie sie einem hier in Zürich schon fast gar nicht mehr auffällt, weil sie so perfekt ist und allumfassend in ihrer Präsenz.
Aber warum finde ich es dann, wenn’s dann nicht mehr echt ist, sondern stattdessen virtuell wird, plötzlich gar nicht mehr lässig? Warum finde ich das nicht sexy? Und das nicht grossartig? Es würde mir doch meine Heimat auf den Bildschirm bringen. Oder etwa nicht?
Manchmal stimmt das wirklich, und mir fallen gar keine Worte ein. Manchmal singe ich ihm auch einfach was vor. Und den Rest der Zeit nehme ich viel mehr Eindrücke auf, als ich in der Lage bin zu verarbeiten. Darum hier mal keine Worte, sondern ein Foto. Das erste von Benjamin Fritz Aebi, circa 10 Minuten nach seiner Geburt am Samstag, beim Aufwärmen nach dem Kaiserschnitt.

Tja, wenn Ron von ronorp.ch mich schon empfiehlt, dann muss ich ja wohl auch mal wieder was schreiben, oder? Dabei habe ich zur Zeit eigentlich alle Hände voll ganz anderes zu tun. Aber ich könnte ja statt über Werbung, Texten und so Sachen auch mal darüber schreiben, wie toll es ist, den eigenen Sohn im Arm zu halten. Das wollte ich auch recht bald tun, und tu’s dann auch gleich. Aber eigentlich freue ich mich vor allem darauf, das nächste Mal die Windeln zu wechseln. Mehr Infos danach, versprochen.
Nein, das sage nicht ich. Das sagt Cary Steinmann, in der Schweizer Werbebranche vielen als Querulant und einigen als Visionär bekannt – und meinen Lesern aus diesem Artikel hier. In der nicht ganz so verkürzten Variante liest sich Steinmanns Bekenntnis zur Langeweile in seinem Interview mit persoenlich.com so:
Wenn ich mir – gerade jetzt im Zusammenhang mit der Fussball-WM – die Werbespots anschaue, dann schlafen mir die Füsse ein. Ich kann es einfach nicht mehr sehen. Mag Werbung bei jüngeren Menschen immer noch Begeisterung auslösen, ich habe mittlerweile eine Reiseflughöhe der Ansprüche erreicht, auf der sie mich nur noch langweilt.
Weil damit aber die Jahre bis zur Rente nicht zu füllen sind, wechselt Steinmann an die Zürcher Fachhochschule Winterthur – und wird dort ein Institut für Marketing aufbauen. Vermutlich nicht der schlechteste Schritt für einen, der seine Grösse vor allem durch Querdenken beweist. Ich bin gespannt und wünsche viel Erfolg.
Anscheinend treff ich ja intuitiv total zen-mässig ins Ziel, wenn ich zur Zeit gerade nicht blogge: Nämlich wie Johnny. Oder wie _ix.
PS: Aber war es noch zen-mässig, diese Zeilen hier zu schreiben?