Arne Völker, Texter

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Die Schweiz braucht keine Werbung

May 2006
15

Dank des neuen Dienstes Google Trends erfahren wir Dinge, die wir gar nicht so genau wissen wollten. Diese Grafik muss man sich mal auf der Zunge zerschmelzen lassen:

Trend für Werbung

Heisst doch im Klartext, am meisten suchen bei Google die Österreicher nach Werbung, gleich gefolgt von den Deutschen. Nur die Schweizer, die brauchen, scheint’s, keine Werbung.

Was brauchen Schweizer also stattdessen?


5 Kommentare

  1. Gravatar of Der Hofnarr

    # Der Hofnarr on May 17th, 2006

    es gibt da diverse theorien:
    a) die schweizer suchen nicht nach werbung, weil sie ohnehin zum schluss das geld der werbeagenturen verwalten dürfen
    b) die schweizer suchen nicht nach werbung, weil sie pragmatisch genug sind sich selber zu überlegen, was sie brauchen
    c) die schweizer suchen nicht nach werbung, weil sie schon das meiste haben, das sie brauchen
    d) die schweizer sind werbekritisch, weil sie grundsätzlich misstrauisch sind gegenüber menschen, die von aussen kommen und ihnen was verkaufen wollen. mit so sachen haben die helvetier schlechte erfahrungen gemacht. 1. als die österreicher (habsburger) die schweiz besetzt hatten, 2. als deutschland sich die ganzen umliegenden länder “gekauft” hat und die schweiz als handelsinsel intakt hielt, 3. seit amerikanische “popcorn”-produkte und werbekampagnen wie “geiz ist geil” die rund machen - ganz getreu dem motto: was viel werbung machen muss, kann nicht besonders gut sein…

  2. Gravatar of Arne Völker

    # Arne Völker on May 17th, 2006

    Sieh an, ich hatte Scheuklappen. Habe ich doch nur daran gedacht, dass Schweizer nicht nach Werbung suchen, um sich welche erstellen zu lassen. (Von mir zum Beispiel.) Dass sie ausserdem nichts kaufen wollen, weil sie schon alles haben, dagegen spricht der tägliche Massenauflauf in der Zürcher Bahnhofstrasse.

    Aber selbst wenn die Menschen dort kaufen, suchen sie vorher nach Werbung, um zu wissen, was kaufen? Oder sind die Schaufenster in der Schweiz einfach schöner dekoriert, und die Plakate näher am Strassenrand, so dass Menschen nach Werbung nicht SUCHEN müssen, sondern sie einfach FINDEN?

  3. Gravatar of DerHofnarr

    # DerHofnarr on May 18th, 2006

    Also erstens ist wohl ein Grossteil der Bahnhofstrasse-shopper aus dem Ausland und zweitens heisst es ja nicht, dass die Schweizer kein Geld für Luxus ausgeben, den sie eigentlich nicht brauchen. Freestyle-shopping braucht nämlich keine Werbung. Da kann man einfach mit der schwarzen AE Card des wohlverdienenden Ehemannes auf Tour gehen und sich treiben lassen. Denn ein Spaziergang durch die (tatsächlich schön dekorierten Schaufenster hier) Bahnhofstrasse erübrigt die Suche nach Werbung, weil man ja auch (fast) alles findet.

    Übrigens - Quizfrage: Wieso hat es in der Stadt Zürich so viele second-hand-designer-mode-Läden ?

    Antwort folgt auf Wunsch :)

    sich höflich verneigend

    DerHofnarr

  4. Gravatar of Arne Völker

    # Arne Völker on May 18th, 2006

    Eben, genau: Freestyle-Shopping heisst FINDEN, nicht SUCHEN. Und natürlich braucht’s dafür keine Werbung, sondern eben nur glitzernde Produkte in schönen Schaufenstern.

    Ich hätte dann gerne noch die Auflösung für das Second-Hand-Phänomen. (Sind das wirklich mehr als anderswo?) Ist die Ware etwa gar nicht Second Hand sondern nur Second Season? Oder nur von Moderatorinnen (viel zu viele für so ein kleines Sendegebiet mit 4.5 Millionen Deutschschweizern) einmal getragen?

  5. Gravatar of Der Hofnarr

    # Der Hofnarr on May 21st, 2006

    Also der mit den Second Hand Läden geht so: Die Dame des Herren hat seine Kreditkarte. Damit geht sie teure Fummel kaufen. Dies verkauft sie aber schon bald wieder - ohne es ihrem Mann zu sagen natürlich - in den besagten Second Hand Läden. Mit dem Cash kannn sie sich dann all die Sachen leisten, die sie nicht ihrem Mann sagen möchte… Wie zum Beispiel Geschenke für den Liebhaber etc. - auf der Kreditkartenabrechnung steht ja nur ein Pullover für Sfr. 2500.– oder sowas. Und welcher Mann weiss beim gigantischen Kleiderfundus seiner Frau, welches Stück jetzt wieviel kostet und welches sie noch hat oder eben nicht. Et voila - so kommt Frau zu Schwarzgeld. Und damit ist auch das Geheimnis der vielen Second Hand Läden in Zürich gelöst :)

    p.s. noch schlimmer als Moderatorinnen sind die, die unbedingt Sängerin werden wollen…. ist seit Musicstar übrigens ein inflationäres Phänomen…


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