Die Stiftung Deutsche Sprache möchte verhindern, dass sich das englisch-deutsche Kauderwelsch («Denglisch»), das sich im sprachlichen Alltag eingenistet hat und für viele Menschen nicht mehr verständlich ist, noch weiter ausbreitet.
Das hätte sie auch in einem schöneren Satz sagen können, ohne Nebensätze zu verschachteln, aber was solls. Grundsätzlich finde ich es gut, dass die jetzt jeden Monat drei Vorschläge machen wollen, wie man überflüssige denglische Worte mit deutschen ersetzt.
Deshalb nennen die von der Stiftung eine Homepage jetzt Startseite - was löblich ist, aber eine Übersetzung, die auch gelegentlich versagt. Zum Beispiel immer dann, wenn mit Homepage eine ganze Website gemeint ist, wie so oft.
Ebenso umbenannt wurde der Shareholder Value, er heisst jetzt Aktionärsnutzen. Da ich dieses Wort zum ersten Mal höre, vermute ich natürlich, dass damit auch etwas anderes gesagt werden soll. Zum Beispiel, dass jetzt der Aktionär dem Management besser nützt, oder so. Das war - danke Wolf Schneider für das Argument - schon immer das Problem an zusammengesetzten Wörtern. Bei der Denkpause weiss man nämlich auch nie, wer sich hier gerade Ferien vom Denken gönnt.
Für das dritte Wort dess Monats suchen die Herren der Stiftung noch Ersatz, für den «Countdown». Deshalb haben sie die Suche öffentlich ausgeschrieben. Dabei ist die Suche gar nicht so schwierig, wenn man sich traut, verschiedene Bedeutungen des Wortes zu trennen. Und darum habe ich folgenden Vorschlag eingereicht an deutschesprache@gmx.net:
Sehr geehrte Damen und Herren, im Grunde braucht es kein neues Wort für den Anglizismus «Countdown». Für das Ablaufen der Zeit auf einen Termin hin hat unsere Sprache bereits ein Wort - noch dazu eines, das mit weniger Buchstaben und weniger Silben auskommt. Es heisst «Frist» - und kann in allen Fällen an die Stelle von Countdown treten, wo im Sprachgebrauch etwas läuft oder zu laufen beginnt. Für die seltenen Gelegenheiten, in denen ein Kommentator live mitzählt, bevor Raketen in den Himmel geschossen werden, gönne man den Technikern und ihren Zuschauern den «Countdown». Mit freundlichen Grüssen, Arne Völker
Aber es werden ja auch noch andere Vorschläge kommen. Vermutlich bessere als in den Kommentaren bei Musik und Anderes oder Konstruktiveres als die blosse Verzweiflung angesichts des Dudens in der Bibliothek der reich bebilderten Verzweiflungen.
So lange warten muss ich gar nicht mehr - der Einsendeschluss ist ja schon heute. Wer von euch schickt auch was ein?
Die Stiftung Deutsche Sprache möchte verhindern, dass sich das englisch-deutsche Kauderwelsch («Denglisch»), das sich im sprachlichen Alltag eingenistet hat und für viele Menschen nicht mehr verständlich ist, noch weiter ausbreitet.
Das hätte sie auch in einem schöneren Satz sagen können, ohne Nebensätze zu verschachteln, aber was solls. Grundsätzlich finde ich es gut, dass die jetzt jeden Monat drei Vorschläge machen wollen, wie man überflüssige denglische Worte mit deutschen ersetzt.
Deshalb nennen die von der Stiftung eine Homepage jetzt Startseite - was löblich ist, aber eine Übersetzung, die auch gelegentlich versagt. Zum Beispiel immer dann, wenn mit Homepage eine ganze Website gemeint ist, wie so oft.
Ebenso umbenannt wurde der Shareholder Value, er heisst jetzt Aktionärsnutzen. Da ich dieses Wort zum ersten Mal höre, vermute ich natürlich, dass damit auch etwas anderes gesagt werden soll. Zum Beispiel, dass jetzt der Aktionär dem Management besser nützt, oder so. Das war - danke Wolf Schneider für das Argument - schon immer das Problem an zusammengesetzten Wörtern. Bei der Denkpause weiss man nämlich auch nie, wer sich hier gerade Ferien vom Denken gönnt.
Für das dritte Wort dess Monats suchen die Herren der Stiftung noch Ersatz, für den «Countdown». Deshalb haben sie die Suche öffentlich ausgeschrieben. Dabei ist die Suche gar nicht so schwierig, wenn man sich traut, verschiedene Bedeutungen des Wortes zu trennen. Und darum habe ich folgenden Vorschlag eingereicht an deutschesprache@gmx.net:
Sehr geehrte Damen und Herren, im Grunde braucht es kein neues Wort für den Anglizismus «Countdown». Für das Ablaufen der Zeit auf einen Termin hin hat unsere Sprache bereits ein Wort - noch dazu eines, das mit weniger Buchstaben und weniger Silben auskommt. Es heisst «Frist» - und kann in allen Fällen an die Stelle von Countdown treten, wo im Sprachgebrauch etwas läuft oder zu laufen beginnt. Für die seltenen Gelegenheiten, in denen ein Kommentator live mitzählt, bevor Raketen in den Himmel geschossen werden, gönne man den Technikern und ihren Zuschauern den «Countdown». Mit freundlichen Grüssen, Arne Völker
Aber es werden ja auch noch andere Vorschläge kommen. Vermutlich bessere als in den Kommentaren bei Musik und Anderes oder Konstruktiveres als die blosse Verzweiflung angesichts des Dudens in der Bibliothek der reich bebilderten Verzweiflungen.
So lange warten muss ich gar nicht mehr - der Einsendeschluss ist ja schon heute. Wer von euch schickt auch was ein?
Während Arne Völker, Werber, in Zürich sein altes Powerbook für CHF 880.–bei ebay versteigert, wechseln an einem anderen Ort ein paar Sekunden Werbung von Nichtwerbern für 40′000 Dollar den Besitzer. Nach dieser Auktion wird der New Yorker Videoblog rocketboom.com 15 bis 60 sekündige Spots produzieren und für seine 130′000 bis 200′000 Zuschauer senden. (Oder spricht man bei Vlogs von casten?)
Werbung verkaufen gewinnt gegen Werbung machen 1:0
PS: Wer ein bisschen mehr sachlichen Hintergrund braucht, findet ihn bei Robert Basic. Freude über das Gelingen von Rocketbooms Auktion auch beim Berliner Web- und Videologger Johnny und seinem spreeblick.com.
PPS: Da meiner ja jetzt weg ist, ein 12-Zoll-Powerbook kann man natürlich auch neu kaufen: Bei Apple im Online-Store.
Was bei Werbern längst üblich ist, trifft jetzt eine neue Berufsgruppe: die Anwälte. Die NZZ am Sonntag zitiert Heinz Schärer, Managing Partner der Zürcher Wirtschaftskanzlei Homburger: «Es gibt Situationen, da hat man den Eindruck, zum Wettbewerb eingeladen zu werden, obwohl die Entscheidung im Wesentlichen bereits gefallen ist.» Hier ist der ganze Artikel über Anwälte im Pitch.
Schön, sind wir Werber nicht allein. Oder?
Wer ein bisschen mit offenen Augen surft, hat sich an die neue Bescheidenheit gewöhnt: Services, die Bill Gates selbstbewusst als voll funktionstüchtig auf den Markt gebracht hätte, nennen sich heute dezent «beta». skype.com, immerhin bereits starke Marke der Internet-Telefonie, verzichtet erst seit kurzem auf den Zusatz. plazes.com, mit Ortskunde-Basistechnologie schon über ein Jahr am Markt, nennt sich noch immer so.
Jetzt erreicht die Bescheidenheit einen neuen Höhepunkt: Das Wohnplan-Portal roomsunited.com freut sich darüber, seine Seite Live zu schalten. Und was für eine Seite erscheint da? Wenn man der URL glaubt eine «Prelive Gamma»
Willkommen bei Arne Völker, Texter, dem sein Blog, weil er ja noch lernt, also irgendwie derzeit so etwas ist wie Prebirth-Omega? Was meint ihr, liebe Leser: Hilft es euch, wenn Anbieter sich mit nullstelligen Versionsnummern oder abgefahrenen griechischen Buchstaben im Voraus entschuldigen?
Was ist ein Witz, der nie erzählt wird? Ein Witz, der immer nur versprochen wird, aber nie kommt? Immer noch einen Klick weiter, in den nächsten Blog, zum nächsten Blogger, der auch Teil der Kette sein möchte?
Ich würde vermuten, so ein Witz ist ein schlechter Witz, ganz unabhängig davon, ob er angeblich von Blondinen handelt oder von wem auch sonst immer. Er zeigt, wie ekelhaft ansteckend viral es werden kann, wenn Marketing dem Empfänger rein gar nichts zu erzählen hat - sondern nur den Zweck erfüllt, sich als Geschwür möglichst schnell selbst zu verbreiten.
Blogscout vermeldet erschreckend gute Ergebnisse in den letzten Tagen - und auch schon den ganzen Januar hindurch. Aber tut Stefan Domanske, Spitzenreiter bei Blogscout mit 23′799 Lesern dieses kurzen Artikels, seinen Besuchern einen Gefallen mit der Weiterleitung an Noledge, dessen Besucherzahl ich öffentlich nicht sehen kann, der an Dominik Schwind weiterleitet, der in diesem kleinen Eintrag den 54′500 Besuchern seiner Site (Quelle: Sitemeter) den Witz ebenfalls vorenthält?
Ich fürchte, diese drei tun sich genau so wenig einen Gefallen wie (Zahlen für Januar, lt. blogscout.de)
: treehugginpussy (12′460)
: wirres (10′735)
: ringfahndung (7′556)
: glueckauf (4′150)
: weitwinkelsubjektiv (3′647)
: basicthinking (2′015)
: werbeblogger (1′281)
Und viele, viele andere
Denn zum Lachen bringen mich diese Blogger auf diese Weise nicht. Alles, was sie damit schaffen, ist mir und vielen anderen tausend Menschen das Gefühl zu geben, dass wir keine Leser sind, sondern Futter für die Suchmaschinen. Ich würde so etwas Spam nennen. Und zur Erfindung dieser innovativen Sorte Spam kann man ihnen doch nur gratulieren, oder?
PS: Selbst mein sonst so geliebter Johnny lässt sich im spreeblick.com auf diese Scheisse ein, tststs…
Schon verrückt: In Ägypten darf man Mohammed karikieren, scheint’s. Seht selbst: Bei Sandmonkey oder im Brussels Journal.
Die Frage bleibt: Sind die echt? Oder getürkt?
Wie man aus dem Bloggen einen Job macht, wird als Frage für Werber immer wichtiger. Vor allem, wenn man den Nachwuchs der amerikanischen Kollegen so ansieht. Wer will schon so enden?
Langsam wird Bloggen vom Kündigungsgrund zu einem Grund, zu kündigen: Lest selbst bei Marshall Kirkpatrick. Die Frage bleibt: Geht das auch mit einem deutschsprachigen Blog? Oder nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
Ich bin nicht allein. Ganz andere Menschen als ich, noch dazu welche, die Blogs schreiben mit viel mehr Lesern, haben auch so Gedanken wie ich. Nämlich: Wie um Himmelswillen soll dieses Patchwork von Einträgen je zu einer sinnvollen Abfolge führen? (Johnny Haeusler in spreeblick.com)
Zum Glück habe ich meinen Blog aus genau dem Grund gestartet, um endlich von einem Zwang wegzukommen - dem Zwang etwas zu schaffen, das ein sinnvolles Ganzes ist. Um stattdessen an etwas zu arbeiten, das nie fertig wird. (Und deshalb glücklicherweise auch nicht perfekt sein muss, uff!)
Endlich denke ich wieder wie ein Journalist, der täglich Häppchen veröffentlichen darf, wenn ihn das Thema noch immer interessiert. Und der springt, wenn er was anderes spannender findet.
Und wenn dann René den Johnny kommentiert, er denke ja wie ein Journalist, dann kann ich nur sagen: zum Glück denkt der so, und nicht wie ein Marktforscher…
Wie wer würdet ihr denn gerne denken?